Arzneipflanze des Jahres 2026

 

Ist der Hopfen (Humulus lupulus L.). E ist in Europa seit dem frühen Mittelalter weithin als essentieller Bestandteil von Bier bekannt, wobei er sowohl als bitter-aromatische Würze als auch zur Klärung des Getränks dient. Die Verwendung der jungen Sprosse als Gemüse – „Hopfenspargel“ – und der weiblichen Blüten – „Hopfenzapfen“ – zur Herstellung bitterer Arzneimittel bei Magen- bzw. Darmbeschwerden dürfte allerdings schon seit der Antike bekannt gewesen sein, denn die natürliche Verbreitung der Art umfasst den gesamten temperierten Raum Eurasiens.

Die Wirkungsweise
Der phyto-therapeutische Schwerpunkt liegt in der Behandlung leichter Schlafstörungen und nervöser Unruhe. Hopfen wirkt beruhigend, schlaffördernd und angstlösend, vermutlich durch die Beeinflussung des GABA-(Anmerkung: ?- Aminobuttersäure)-Systems und melatoninabhängiger Mechanismen, erklärt Assoc. Prof. Dr. Christian W. Gruber, Vizepräsident der HMPPA, Zentrum für Physiologie und Pharmakologie, Medizinische Universität Wien.
Ein weiterer möglicher Einsatzbereich ist die Linderung von Beschwerden in den Wechseljahren. Verantwortlich hierfür ist vor allem die phytoöstrogene Wirkung von 8-Prenylnaringenin, welches an Östrogenrezeptoren bindet und hormonähnliche Effekte vermittelt. Allerdings kann die individuelle Wirksamkeit hier stark variieren.
Antibakterielle, entzündungshemmende, stoffwechselmodulierende, neuroprotektive und antikanzerogene Wirkungen sind vor allem aus Labor- und Tierstudien bekannt.

Zusammenfassend sprechen klinische Daten für schlaffördernde Effekte von Hopfen in pflanzlichen Kombinationen. Gastrointestinale Effekte deuten auf eine hormonell vermittelte Reduktion der Energieaufnahme hin.
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