Low-Carb-Grillen ist der gesunde Sommertrend

Wer ein paar lästige Kilos loswerden will, hat zwei Möglichkeiten: Entweder man startet die 37. Ananas-Diät oder man heizt den Grill an. Richtig gehört! Früheren Abnehm-Trends stiehlt der heiße Rost nämlich ohne Weiteres die Pole-Position am Diät-Sektor: „Grillen ist eine der gesündesten Zubereitungsmethoden, weil unter anderem überschüssiges Fett abtropft. Mageres Steak und weißes Fleisch machen sich am Grillrost besonders gut, Gemüsegrillen ist sowieso einer der Grill-Trends 2018“, verrät Grillmeisterin Yulia Haybäck. Sie erklärt, warum Low-Carb total angesagt ist und wie die eiweißreiche Diätform auch am Grill bestens funktioniert.

 

Yulia Haybäck, Grillmeisterin Weber Grill Academy Original © www.stefanjoham.com

Low-Carb in aller Kürze
Unter Low-Carb versteht man eine gesunde Diätform, bei der man den Verzehr von Kohlenhydraten möglichst einschränkt und dafür vor allem Eiweiß bzw. Proteine zu sich nimmt. Dieser Stoff ist der Grundbaustein des menschlichen Körpers und aus lebenswichtigen Aminosäuren aufgebaut. Führt man diese dem Körper in möglichst natürlicher Form zu, profitiert der Stoffwechsel enorm. Und so wird Low- Carb am Grill zum Megatrend: „Mit hoher Hitze erzeugen wir bei eiweißreichen Lebensmitteln die Maillard-Reaktion: Diese sorgt für köstliche Röstaromen und die bräunliche, geschmackvolle Färbung. Überschüssiges Fett kann durch den Rost einfach abtropfen – bei Pfannen, Bratformen & Co hingegen sammelt sich das Fett“, weiß Weber Grillacademy Original Grillmeisterin Yulia Haybäck.

 

Eiweiß als Kernelement
„In unserem Körper wie auch in unserer Nahrung sind Aminosäuren zu finden, daher sollten wir sie unserem Körper in möglichst natürlicher Form zuführen“, so die Expertin. Aminosäuren bilden Eiweiß und das ist der Grundbaustein von Muskeln, Knochen, inneren Organen und Gehirnzellen. Eiweiß in unserer Nahrung regt den Stoffwechsel an, sättigt gut und jagt den Blutzuckerspiegel nicht in die Höhe. Man sollte allerdings darauf achten, dem Körper nicht mehr Eiweiß zuzuführen, als er tatsächlich auch verbrauchen kann. „Die Daumenregel für den Eiweißkonsum sind 0,8 Gramm pro 1 Kilogramm Körpergewicht“, erklärt die Weber-Grillmeisterin. Bei einem Menschen mit 80 Kilogramm Gewicht sind das 64 Gramm Eiweiß pro Tag – das erreicht man schon mit einem 200 Gramm-Lachssteak.

Eiweiß am Grill schmeckt besonders gut
„Warum uns eiweißhaltige Lebensmittel vom Grill besonders gut schmecken, liegt an der Hitze des Grills – und damit an der Maillard-Reaktion“, so Haybäck. Unter starker Hitze gehen Zucker und Aminosäuren, die Bestandteile des Eiweißes, neue Verbindungen ein und reagieren zu neuen Stoffverbindungen. Diese schmeckt man in Form von köstlichen Röstaromen. Die gebildeten Melanoide sorgen dafür, dass man die abgeschlossene Maillard-Reaktion auch sehen kann: Sie sind für das typische Aroma und die Färbung von eiweißreichem Gerösteten, Gebackenen und Gebratenen verantwortlich und nebenbei besonders geschmacksintensiv. Die Maillard-Reaktion findet überall statt, wo Eiweiß auf Hitze trifft – somit auch im Backofen und in der Pfanne.

 

Proteinreiches Grillgut
„Einen hohen Anteil an Eiweiß findet man vor allem bei Käse, Fisch, Hülsenfrüchten oder Fleisch. Auch Nüsse und Samen liegen weit vorne, eine wahre Eiweiß-Bombe sind Eier“, sagt Haybäck. Rund 30 Gramm Eiweiß pro 100 Gramm hat Grillgut wie Lachs, Puten- oder Hähnchenfilet. Auch Sojabohnen, Schweinefilet, Wildschwein oder Forelle haben viel Eiweiß, nämlich rund 20 Gramm pro 100 Gramm. Das sind alles Lebensmittel, die sich ideal für den heißen Rost eignen. „Beim Low-Carb-Grillen sollte man vor allem bei den Beilagen aufpassen – denn die sind oft extrem kohlenhydrathaltig. Man greift am besten zu frischen Salaten und Gemüse“, empfiehlt die Weber-Grillmeisterin. Soßen macht man im Idealfall selbst, damit man weiß, was drinnen ist. Hier eignet sich Joghurt mit diversen Gewürzen und Kräutern hervorragend.